3211/17: Positionen: Ich bin doch keine Maschine. Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut. Wie man Kunden nicht behandelt.

Wir wissen nicht, ob dieser Artikel eigentlich wirklich gelesen wird.

Denn vieles ist inzwischen Code. Beispielsweise im täglichen Emailverkehr. Wozu niemand je seine Einwilligung gegeben hat, erfolgt jetzt von selbst, ganz automatisch und ohne dass wir das je verabredet hätten. Mag sein, es stand in irgendwelchen verschwurbelten, elektronischen AGBs. Fest steht aber auch: Wir haben das so nicht gewollt. Und niemand hat uns gewarnt.

Wir bestellen zwei Pakete mit Fahrradständern zum an die Wand schrauben für zwei kleine Projekte an unterschiedlichen Wohnstraßen in Berlin-Spandau und Berlin-Wedding. Die Bestellung erfolgt mit viel Aufmerksamkeit, Sorgfalt. Wir haben dafür keinen Dienstleister beauftragt, sondern uns selbst einen Kopf gemacht. Zeichnungen wurden durchgearbeitet, Vermessungen überprüft: Wie viele Ständer wohin? Am Ende ist es ganz klar und Freund Excel positioniert die zwei Häppchen Auftrag zu zwei Aufträgen, mit Einzel- und Gesamtsummen. Alles ist supergründlich aufgestellt und wegbeauftragt bei der im Süden der Republik sitzenden Firma Ziegler-Metall AG.

Die Fahrradständer sollen paketweise an den Hausmeisterdienst geschickt werden, der nimmt die Pakete entgegen.

Als erstes kommen zwei Auftragsbestätigungen. Beide sind jeweils ca. sechs bis sieben Seiten lang, mit angehängten PDFs. Um das zu lesen, braucht man nicht nur eine Brille, sondern vor allem Zeit. Und man muss es wohl auch lesen, sonst heißt es später: Wir haben es Dir doch geschrieben.

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3209/17: Positionen: Das Schlagwort „eRechnung“ nimmt Fahrt auf und führt zu systematischerer Berichterstattung.

Dass wir uns entscheiden, Vorzüge des Internets zu nutzen, ja klar. Uih, wir sind sooo modern, aber so was von ….Allerdings verändert das die Verhältnisse erneut. Im Vorteil ist der Herausgeber. Und nun macht der Anbieter digitaler „Mehrwerte“ alles Mögliche: Er schickt die bestellte Rechnung nicht digital. Sondern Emails ohne jede Angabe, worum es eigentlich geht. Man soll sich irgendwo einloggen und irgendwas tun. Eine irische Firma meldet sich für den Stromanbieter Vattenfall: Wir testen die Kundenzufriedenheit. Ha! Die Krönung sinnfreier Formulierung aus der Telekom: Falls Sie in der Zwischenzeit etwas stöbern möchten, …, und nein: Wir wollen nicht stöbern. Wir wollen echte Mehrwerte. Bekommen wir das, was uns versprochen wird? Wenn wir in Kundencentern Zugangsdaten anlegen?

Wenn Menschen bloggen, ist es von Zeit zu Zeit tatsächlich so, dass bestimmte Themen immer mehr in einen Fokus geraten. Automatisierte Geschäftsprozesse beispielsweise. Also Autofokus. Was ist eigentlich noch richtig? Was ist falsch? Bin ich selbst durcheinander? Selbstkritisch zu reflektieren, was man schreibt, ist keine schlechte Idee.  Dies Thema bewegt mich derzeit sehr:

Der Trend ist die Umstellung von analogem auf digitalen Schriftwechsel. Stichwort: eRechnung. Sogar eine gesetzliche Grundlage existiert seit kurzem. Ganz klar: Mit der Überführung vom gelben Postrechnungs- auf elektronischen Versand sind enorme Einsparpotenziale verbunden. Ja, richtig: Für Unternehmen. Deswegen wollen immer mehr viele ihrer Prozesse digital abbilden. Da gibt es jede Menge Fehlentwicklungen, wie immer, wenn Unternehmen nur sich selbst denken. Der Kunde wird zum digitalen Sklaven degradiert, zum Hilfsangestellten. Gleichzeitig wird der bisherige Service drastisch -Hervorhebung: DRASTISCH- eingeschränkt. Weniger Mitarbeiter, weniger Telefonsprechzeiten, weniger Weswegen rufen Sie an?. Ganze Workflows schalten die Unternehmen vor: 10 bis 20 Minuten Tastatureingaben keine Seltenheit, und Warteschleifen.

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Stanzhammer - Die Vertragsverschlechterung

3184/16: Stanzhammer: Sätze, die wie Hämmer sind – heute: Die Vertragsverschlechterung

Stanzhammer - Die Vertragsverschlechterung

‚Auf eine generelle Möglichkeit der Vertragsverschlechterung wird hingewiesen.“

schreibt dieser Tage die PKW-Versicherung Axa und bittet höflich darum, den xten Nachtrag zum PKW-Versicherungsvertrag zu unterschreiben. Zu ratifizieren, dass eine Prämienangleichung zum 1. Januar geringer ausfällt, als nach Lage der Prämienpolitik der Versicherung heute gang und gäbe wäre. Das Dokument ist zwei Seiten lang und bedarf der Unterschrift durch den Versicherungsnehmer. Der aber denkt nun: Die generelle Möglichkeit einer Vertragsverschlechterung soll ich unterschreiben? Und ruft die freundliche Mitarbeiterin der Versicherung an. Sicherheitshalber.

Nein, alles gut: „Streichen Sie doch den Satz einfach raus, der steht da jetzt immer drin.“ Ach so? Er ist auf den Punkt das, was man von einem Nachtrag auch erwarten kann: Wird ein solcher ausgehandelt oder nach Lage der Dinge für erforderlich gehalten, muss der gewiefte Endkunde aufpassen, dass nicht hinterrücks noch eine Vertragsverschlechterung eingeheimst wird. Das war im vorliegenden Fall tatsächlich nicht so. Dass es aber hätte sein könnte, und das muss man auch loben, steht im Versicherungsdokument wenigstens drin.

Gut dass wir mal drüber gesprochen haben.

Der Ernest Hemingway, das war ein ganz kluger Kopf.

Pipifair Kampagnenbanner

3182/16: Kampagnen: Pipifair

Pipifair Kampagnenbanner

In der obigen Sendung spricht Rainald Grebe aus, was viele denken. Das darf doch nicht wahr sein. Pinkeln ist Grundrecht. „Du konntest auch bei der Stasizentrale einkehren,“ so Grebe, um deine Notdurft zu verrichten. Der kapitalistische Komplex vom Klassenfeind hat dieses Recht BRDdigt, so Grebe sinngemäss. Unglaublich: Jeder regt sich auf, aber niemand unternimmt etwas dagegen.

Die Sendung berichtet in zutreffender Art und Weise über die Abzocke an deutschen Raststätten. Lobbyismus habe verhindert, dass selbstverständliche bundesweit geltende Standards in Zukunft auch auf deutschen Autobahnraststätten weiterhin gelten: Dass die Selbstverständlichkeit, Gastwirte müssten im Rahmen ihres Gewerbes eine gewissenhafte, deutschen Hygienestandards entsprechende saubere Toilettenlandschaft kostenlos anbieten, gilt. Dafür wurden auch Gaststättengesetze mal schnell geändert.

Mokant: Dass sie ursprünglich galten, rief revoltierende Gemeinden auf den Plan, die sich darauf berufen wollten. Die dann vom Gesetzgeber ausgebremst wurden, der einen Ausnahmetatbestand schaffte. Dem Gesetzgeber sei die Notwendigkeit bekannt gewesen, die überalterten, maroden WC-System auf Deutschlands Autostraßen müssten dringend modernisiert werden. Die ursprünglich bundeseigene Tank & Rast AG, inzwischen seit längerem privatisiert, beherbergt an ihrem Firmensitz nun auch die Firma Sanifair.

Empfehlung:
Wer die Sendung verpasst hat, findet sie noch für eine gewisse Zeit in der
ARD-Mediathek.

Dem Banner ist wenig Vernünftiges entgegen zu setzen.

3143/16: Positionen: Die Südafrikanerin Alice Phoebe Lou hat an den Majors der Haifischbranche keine Interesse – via #RBB

Positionen

Straßenmusikerin: Alice Phoebe Lou wird von den großen Plattenlabels umworben. Doch sie will sich nicht einschränken, bleibt lieber frei und geht im Sommer sogar auf Europa-Tournee. Stilbruch hat sie vorher auf ihrer liebsten Bühne begleitet: Den Berliner Straßen. (Zitat: RBB Online)

Musik ist auch so eine Sache geworden, sagt Alice Phoebe Lou im Interview mit dem RBB. Das klingt ziemlich wissend. Und stimmt. Selbstverständlich. Sie ist jung und sie hat viel zu sagen. Mehr als wir gewöhnt sind. Sie ist eine Feuertänzerin. „Für mich ist es eine Ehre, auf der Straße Musik zu machen.“

Der Fall einer kleinlichen Ordnungsgeldbehörde gegen die Straßenmusikerin Elen Wendt sorgte kürzlich für harsch kritische Schlagzeilen. Weiterführend ist das unten verlinkt. Die Südafrikanerin Alice Phoebe Lou ist auch so eine: Steht an Straßen, auf Plätzen und Brücken und singt sich eins. 22 Jahre alt, engelsgleiches Gesicht und von einer inneren Klugheit getrieben, dass vielen beim Anblick bzw. Anhören schwindlig wird. Sie will die Plattenfirmen hinter sich lassen, sich nicht vereinnahmen lassen, ist von Reinheit und unverfälschter Spielfreude. Sie erklärt in diesem RBB-Beitrag in zutreffend wirkender Art und Weise, warum ihr ihr Leben wichtig ist, so wie es ist.

Toll.

Weiterführend

Die Straßenmusikerin Elen Wendt in der Casa Ordnungsamt
Alice Phoebe Lou im Beitragssprengel

3135/16: Positionen: Ordnungsamt im Fußgängerdienst, 17 brennende Autos und Bekenntnisse gegen law and order-Politik

Positionen

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Hiermit übernehmen wir die Verantwortung für die Zerstörung der Autos des Ordnungsamtes in Berlin-Köpenick letzte Nacht. Wir setzen damit ein Zeichen gegen den Ordnungswahn innerhalb dieser Gesellschaft und senden eine Botschaft an den Law-and-Order Sheriff Henkel, der seit Monaten versucht, seinen persönlichen Rachefeldzug gegen alle Andersdenkenden zu führen. – Bekennerschreiben im Internet hier

Ein Ordnungswahn wie Erdogan? Wenn es brennt und zündelt und Autos in Flammen aufgehen, ist jetzt das Ordnungsamt gemeint. Eine Fokussierung, die in der linken Stadtguerilla Platz greift. Man möchte die Law-and-Order-Politik geißeln, was viele Linke als Vorschriftenfaschismus verstehen. Diese Kritik geht im Prinzip in Ordnung und wird von kritischen Bürgern mit Argwohn und Wut geteilt. Der Staat wächst sich aus zur Vorschriftenkrake mit einem miesepetrigen, nicht mehr erreichbaren Beamtentum im kleinlichen Komplettdurchgriff auf den (Wut)Bürger. Vorschriften, die Vorschriften. Sie müssen das verstehen. Ein Spießbürgerstreich.

Dass die gewählten Mittel nicht in Ordnung sind, ist keine Frage. Man zündet nicht Autos an. Viele Menschen sind verdrossen und tauchen vor dem übermächtigen Großklopsgebilde öffentliche Verwaltung ab. Rückzug ins Private. „Nur ja jetzt keinen Staat, bitte.“ Das Ordnungsamt muss sich derweil leibesertüchtigen: Dass die Mitarbeiter jetzt zu Fuß laufen müssen, weil alle Autos brannten, hat etwas für die Gesundheit und spazieren gehen macht den Kopf frei: „Vielleicht um zu merken, was für einen bescheuerten Job sie machen“ stellt ein Leserbriefschreiber (oben verlinkt) mehr als lakonisch fest. Der Hauptmann von Köpenick war schließlich Fußgänger.

Weiterführend
Zutreffend ausgewertet: Der Tagesspiegel zum selben Thema

Blumenstrauß (DSC06101)

3117/16: Positionen: Mutter, der Mann mit dem Koks war da..

Schatten seiner selbst (DSC06030)

Schatten seiner selbst (DSC06030)

„Welch hässlich Wort ist Gluttermück, wie schön dagegen Mutterglück.“ (Robert Gernhardt) – Heute ist Muttertag. Ein paar Gedanken.

Mutter, der Mann mit dem Koks war da.

Ich war nur noch ein Schatten meiner selbst. Ich haderte mit der Drogenbestellung. Sollte ich was ordern? Oder sollte ich mich besser auf Deine Werte besinnen? Es waren Deine Werte. Du hast sie uns vorgelebt. Drogen? Das geht gar nicht, hast Du gesagt. Daraufhin habe ich abgelehnt: Keine Macht den Verführungen.

Die Drogen, das sind nicht nur Amphetamine, Speed, LSD, Haschisch, Heroin, Kokains (Koks), das sind auch Falco, der Amadeus gerockt hat. Deep Purple, Led Zeppelin, Iron Butterfly – In A Gadda da Vida – und Amy Winehouse, die gegangen ist so wie Brian Jones, der im Swimmingpool ertrank, Gerüchten zufolge wegen unbezahlt gebliebener Rechnungen seines Bauunternehmers. Jimi Hendrix ist tot. Jim Morrison ist tot. Prince ist tot. Alle sind tot. Alles Schöne mausetot

Mutter? Du bist auch schon tot, seit 10 Jahren. Wie schrecklich.

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3103/16: Positionen: Coffee to go? – Und was mit dem Becher?

Positionen

Du bist super! Kaffeetasse mit Rührung

Du bist super! Kaffeetasse mit Rührung

Der umweltpolitische Sprecher der Abgeordnetenhausfraktion der SPD, Daniel Buchholz, teilt mit:

Schnell einen „Coffee to go“ getrunken – schon ist der Becher Abfall. 170 Millionen Wegwerfbecher kommen so jedes Jahr in Berlin zusammen, viele davon landen auf der Straße. Um die Becherflut einzudämmen, haben die umweltpolitischen Sprecher aller Parteien zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe eine Kampagne für Mehrwegbecher gestartet.

Kaffeeketten, Backshops und Tankstellen sollen sie ebenso wie Wegwerfbecher anbieten. Möglich ist auch ein Rabatt für Kunden, die einen eigenen Becher mitbringen. Berlin könnte international mit gutem Beispiel voran gehen. Wie die „Becherheld-Kampagne“ funktionieren soll, lesen Sie hier:

http://daniel-buchholz.de/?p=1104

Werdet gesund! Get well soon!

3099/16: Prognosen: Bitte werdet gesund!

Prognosen

Werdet gesund! Get well soon!


Johnny Cash – Bridge Over Troubled Water

Sending prayers

Let us think on those who
are in unhealthy situations,
illness or in hospital.

Please get well soon.

Mit guten Gedanken

Wir denken an diejenigen,
die in Ungesundheit sind,
in Krankheit oder im
Krankenhaus.

Werdet gesund!

A campain of – Eine Kampagne von: http://gesichtspunkte.de – Hauptsache, man hat welche

Drops, gelutscht

3098/16: Metaebenen: Die Vielzahl der ungelösten PC-Probleme hat sich soeben erledigt (gif)

Drops, gelutscht

MyComputer (gif)

Dieser Drops ist gelutscht.

Anruf bei der Computer-Hotline,

ich bin schon etwas älter (87 Jahre) und habe irgendeinen Fehler mit dem Windowszeug gemacht. Ich kann jetzt meinen Computer nicht mehr wiederfinden. Gott sei Dank hat meine Frau die Sache mit dem Smartphone gefilmt. Was habe ich falsch gemacht?

Haben Sie schon einmal nachgesehen, ob das Netzkabel gesteckt ist?

Das geht nicht: Es ist mitverschwunden.