Vergammelte Speisen zu überhöhten Preisen….in Pankow

Pankow führt ein neues Projekt ein: ‘Smiley’. Wie das Rathaus mitteilt, wird Smiley an Betriebe und gastronomische Einrichtungen vergeben, die bei der amtlichen Lebensmittelkontrolle eine überdurchschnittliche Qualität und Hygiene nachgewiesen haben. Das ausgezeichnete Unternehmen bekommt eine Urkunde und einen Aufkleber (Abbildung oben) und kann so offen die Kunden über die erfolgreiche Sicherung von vorbildlichen Hygienestandards unterrichten. Diese neue, öffentliche Positiv-Kennzeichnung hat aber auch ein Äquivalent: wer als ‘Schmuddelgastronom’ auffällt und bei Prüfungen der amtlichen Lebensmittelaufsicht negative Punkte einfährt, bekommt es ebenfalls mit der Öffentlichkeit zu tun. Veröffentlich wird die sogenannte Negativliste, eine Art ‘Ekelliste’,  hier die erste davon für den Bezirk.

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( Update vom 04.02.09: Der Google-Maps User Moritz Adler hat die erste veröffentliche ‘Ekelliste’ schon mal auf google-maps visualisiert. Der Vorschlag wurde also schon in die Tat umgesetzt.)

Die rechtliche Grundlage für dies ‘neue Anprangern’ negativ auffälliger gastronomischer Einrichtungen ist das  Verbraucherinformationsgesetz, das kürzlich novelliert wurde und derartiges vorsieht.  

Wir erinnern uns sicherheitshalber an den bedeutungsschweren Song der Pop-Vokal-Truppe  ‘Die Prinzen’, die schon  1992 über ‘Vergammelte Speisen’ sangen. Waren die Prinzen daher am Ende so etwas wie Sozialrevolutionäre? – Das Stück kann man hier anhören. Ob man das Video dazu sehen muss, das ein Youtube-Benutzer jemandem privat gewidmet hat, muss der geneigte Leser selbst entscheiden.

Eine zu popmusik-lastige Berichterstattung lehnte jedoch die Webredaktion von gesichtspunkte.de sicherheitshalber ab und kam daher wie folgt auf den Themenschwerpunkt zurück, wir setzen fort:

Von Bedeutung für die Verwalterin von Haus- und Grundbesitz ist nun daran, dass der orientierte Verwalter diese Listen flugs durchgehen muss, um sich zu vergewissern, dass sich kein bei ihm mietender Gastronom auf die ‘Ekelliste’ hat setzen lassen. Ob von der Liste auch eine massiv verschlechterte Verkäuflichkeit von Eigentumswohnungen im Objekt ausgeht, war bei Redaktionsschluss ‘würglich’ noch nicht abzusehen. Eventuell müssen vermietende Eigentümer (oder deren Verwalter) nun künftig ‘Öffnungsklauseln’ in ihre Mietverträge aufnehmen. Danach sei, so wird vorsorglich zu formulieren sein, derjenige, welcher seine Aufnahme in bezirkliche ‘Ekellisten’ verdient betreibe, mit fristloser Kündigung infolge vertragswidrigem Gebrauch zu bestrafen, hilfsweise ….ja, was? – Pankow greift jedenfalls schon massiv nach dem Rest der Welt und will nach der (bisherigen) Einführungsphase für den Smiley die berlinweite Vergabe des Klebewimpels propagieren. Wir warten derweil ab.

Eine gute Idee erlaubte sich der  Hauptstadtblog: wenn nun  Qype als Website für Gastro-Empfehlungen und dergleichen noch Schnittstellen bastele, werde der PDA-bewaffnete Stadtfußgänger künftig, bevor er den Thai-Imbiss an der Ecke betrete, online schnell nachschauen, ob der entsprechende Schnell-Imbiss auch über ‘Negativpunkte’ aus der ‘Ekelliste’ verfüge und könne dann eins zu eins Konsumentscheidungen treffen. Qype, Google Maps, Live Maps, all diese Websites könnten dann echte Mehrwerte für deren Benutzer programmieren. Nur zu…auch die Hausverwalter würden derartiges gern in Anspruch nehmen.

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2 Responses to Vergammelte Speisen zu überhöhten Preisen….in Pankow

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